Genug des Kriegs in Syrien!

Das Oberhaupt der melkitisch griechisch-katholischen Kirche von Antiochien, Patriarch Gregorios III., ruft eindringlich zu einen Gebets- und Fasttag für den Frieden in Syrien auf. Er schreibt:

“Aber diese Art fährt nicht aus denn durch Beten und Fasten.” (Mt 17: 21)
Das grosse Fasten der Fastenzeit bereitet die Gläubigen auf die glorreiche Feier der Auferstehung vor. Die Fastenzeit ist ein Kreuzweg, und in den arabischen Ländern sind wir im fünften Jahr unseres Kreuzweges, vor allem in Syrien, Irak und Palästina, aber auch im Libanon. Der Libanon ist immer wieder Zufluchtsort für Flüchtlinge vor den Kriegen in der Region, seit 1949 für die Palästinenser, seit 2003 für die Iraker, seit 2011 für die Syrer. Wir erleben heute die größte Tragödie seit dem Zweiten Weltkrieg, nicht nur unserer Region, sondern der ganzen Welt. Als Bischöfe ist es unsere Aufgabe, bei den Menschen, neben den Menschen, hinter den Menschen und im Dienst der Menschen zu sein. Wir wollen die Füsse der Leidenden waschen, so wie Jesus die Füsse seiner Jünger gewaschen hat. Trotzdem bitten wir die Gläubigen um Vergebung, denn trotz all unserer Bemühungen sind wir außerstande, ihr täglich wachsendes Leiden wirklich zu lindern. Wir sind verloren angesichts des riesigen Schmerzes, den unser Volk in all seinen christlichen und muslimischen Gemeinschaften erleidet. Absolut alle leiden unter Armut, Hunger, Kälte, Mangel an Kleidung, Krankheiten und Behinderungen. Im Leiden sind alle gleich.

Auswanderung
Wir sehen mit großer Traurigkeit, dass viele unserer Gläubigen das Land verlassen, auf legalem oder illegalem Weg. Wie viele Geschichten haben wir gehört über die Gefahren und Entbehrungen dieser Flucht! Manche verlassen das Land wegen unerträglich Not, bei anderen sind die Gründe nicht unmittelbar zwingend. Wir bitten alle dazubleiben, geduldig und stark zu sein, zu hoffen und Vertrauen in Gottes Willen zu haben. Wir können niemanden zwingen zu bleiben: es ist die Entscheidung jeder einzelnen Familie.
Wir Hirten bleiben aber mit denen, die hierbleiben und dienen ihnen aus tiefstem Herzen und mit all unsrer Kraft. Wir bemühen uns ohne Unterlass, jedem einzelnen zu helfen, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, auch indem wir durch Briefe, Reisen und Konferenzen die Welt auf ihre Not aufmerksam machen. Wir danken allen, die uns in dieser schweren Aufgabe helfen: lokale oder internationale, säkulare und religiöse, christliche und muslimische, katholische, orthodoxe, anglikanische, lutheranische und alle anderen Organisationen.

Papst Franziskus spricht zu uns in unserer Not
Wir danken dem Heiligen Vater Papst Franziskus für sein Gebet, seine Sorge, seine Aufrufe, seine Reden und auch für seine materielle Hilfe durch die vatikanischen Dikasterien und anderen mit dem Vatikan verbunden Organisationen. Ganz besonders danken wir ihm für seinen Weihnachtsbrief an die Christen des Nahen Osten und wollen hier gerne einige sehr schöne und für uns und unsere Mitbürger besonders wichtige Passagen zitieren:
„Ich freue mich über die guten Beziehungen und über die Zusammenarbeit zwischen den orthodoxen Patriarchen und denen der katholischen Ostkirchen wie auch zwischen den Gläubigen der verschiedenen Kirchen. Die von den Christen ertragenen Leiden leisten einen unschätzbaren Beitrag für das Anliegen der Einheit. Es ist die Ökumene des Blutes!“
„Eure Gegenwart selbst ist für den Nahen Osten kostbar. Ihr seid eine kleine Herde, doch mit einer großen Verantwortung in dem Land, wo das Christentum entstanden ist und sich ausgebreitet hat. Ihr seid wie der Sauerteig in der Masse.“
„An erster Stelle (..) sind die Christen, seid Ihr der größte Schatz für die Region. Danke für Eure Standhaftigkeit!
„In der Region seid Ihr berufen, Urheber von Frieden, Versöhnung und Entwicklung zu sein, den Dialog zu fördern, Brücken zu bauen gemäß dem Geist der Seligpreisungen (vgl. Mt 5,3-12), das Evangelium des Friedens zu verkünden und offen zu sein für die Zusammenarbeit mit allen nationalen und internationalen Entscheidungsträgern.“
„Die ganze Kirche ist Euch nahe und unterstützt Euch, mit großer Liebe und Wertschätzung für Eure Gemeinschaften und eure Mission. Wir werden fortfahren, Euch zu helfen mit dem Gebet und mit den anderen verfügbaren Mitteln.“
„Ihr seid nicht allein (..) Ich hoffe sehr, dass mir die Gnade zuteil wird, persönlich zu kommen, um Euch zu besuchen und Euch zu trösten und zu stärken.“

Das Leid: Die Schule des Glaubens
Wir sagen all dies in der Hoffnung, den Glauben unserer Kinder zu stärken. Außerdem hören wir das Zeugnis von vielen Gläubigen, die uns über ihren Glauben, ihren Widerstand und ihre Erfahrung von Gottes Schutz erzählen. Wir Bischöfe spüren, dass wir vom Glauben unserer Gläubigen lernen.
Wir danken Gott dafür, so wie wir uns auch über die Rückkehr von einigen Gläubigen in ihre Heimatstädt freuen: Ma’alula zum Beispiel, auch Quayr, einige Bezirke von Homs und andere Ortschaften. Wir sind auch glücklich Baustellen Ma’alula, Nabk, Homs und Yab bruzu sehen, wo Häuser und Kirche wiederaufgebaut werden. Wir freuen uns über die Entschädigungen von Seiten des Staats und für die Hilfe der Gläubigen untereinander, genauso wie wir den internationalen Organisationen und unseren Freunden in der Welt für ihre Hilfe in diesem Bereich danken.

Die Flamme der Hoffnung
Wir wenden uns an alle unsere Kinder und Mitbürger, wie auch in unseren vorherigen Botschaften mit den Worten Papst Franziskus‘, der sagte: „Lasst die Flamme der Hoffnung in Euren Herzen nicht erlöschen.“ An Weihnachten haben die Initiative „Eine Flamme der Hoffnung für Syrien“ gestartet. Und bitten wir wieder alle, diese Flamme jeden Tag in ihren Häusern und Herzen aufleuchten zu lassen. Möge es ein unauslöschliches Licht sein (trotz der regelmässigen Ausfälle von Strom- und Gasversorgung), das den Weg für alle Bürger leuchtet.

Fürchtet Euch nicht! Ich liebe Euch!
Ich würde gerne einige Verse aus den Prophezeiungen des Isaiah zitieren, in denen wir den Trost und die Kraft finden, die wir so bitter nötig haben:
„Denn ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand ergreift und der zu dir sagt: Fürchte dich nicht, ich werde dir helfen (..) Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, / ich habe dich beim Namen gerufen, / du gehörst mir. (..) Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe, gebe ich für dich ganze Länder / und für dein Leben ganze Völker. (..) Denn jeden, der nach meinem Namen benannt ist, habe ich zu meiner Ehre erschaffen, / geformt und gemacht.“ (Mt 41-43)

Aufruf zu einem Weltgebetstag für Frieden in Syrien am 15/16 März 2015
Im tiefsten Leid und Schmerz in Syrien rufen wir zusammen mit unserem leidenden Volk, die einen blutigen Kreuzweg gehen, an die ganze Welt: Genug! Genug! Genug des Kriegs in Syrien!
Wir glauben an die Kraft des Gebets und des Fastens und wir rufen zu einem Tag der Solidarität mit Syrien auf, einem Tag des Fastens und des Gebets für Hoffnung und Frieden in Syrien.

+ Gregorios III
Patriarch von Antiochien und dem gesamten Osten, von Alexandrien und von Jerusalem (24.02.2015 - Damaskus)

Quelle: Kirche in Not

24 Stunden für den Herrn am 13./14. März

Auch Papst Franziskus ruft in seiner Botschaft zur Fastenzeit zu einem 24h-Gebet für den Herrn auf, als Vorbereitung auf Ostern. Wir empfehlen euch diese Initiativen sehr! „Macht euer Herz stark“ (Jak 5,8)

Patriarch Gregorios III. im Gespräch mit Martin Iten.

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