Bethlehem rockt!

Bethlehem rockt und unser Freelancer Raphael bloggt – direkt vom Rock to Bethlehem, einem Festival, das zu Frieden und Toleranz im Mittleren Osten aufruft. Vom 19.-21. Dezember werden verschiedene Künstler auf einer Bühne direkt vor der Geburtskirche (umgeben von der neun Meter hohen Mauer) auftreten.
Das Fotoalbum wird übrigens laufend mit neuen Impressionen aktualisiert.


Bethlehem rockt – und wie! Gestartet wurde bereits am Vormittag mit verschiedenen Side Projects, wie im bekannten Caritas Kinderspital in Bethlehem oder im Lifegate in Beit Jala. Lifegate in Beit Jala ist Zentrum und Herzstück eines weit verzweigten Rehabilitationsnetzwerkes für Kinder und Jugendliche mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung, das sich von Ramallah im Norden bis Hebron im Süden des Westjordanlandes spannt. Fördermaßnahmen und Bildungsprogramme von öffentlicher Seite, die diesen Kindern und Jugendlichen eine Chance für ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, sind so gut wie nicht vorhanden im Westjordanland. Ein gesetzliches Sozialversicherungssystem fehlt ebenso wie eine spezielle finanzielle Unterstützung für Menschen mit Behinderung. Das Erste Wiener Heimukulelenorchester, Daniel diSilva und die Band Cardiac Move spielten sich an den drei Orten im Haus schnell in die Herzen der Kinder und Jugendlichen und manches Kind liess es sich nicht nehmen, die Musiker herzlichst zu umarmen und spontan zu tanzen.

Bei einem der Side Projects am Nachmittag ging Danny Fresh in ein Refugee Camp. Im Flüchtlingslager (das schon seit 60 Jahren existiert!) hat ein Betreuer ein kleines Studio aufgebaut, bei dem sie mit jungen Flüchtlingen Musik aufnehmen und mixen (HipHop, etc.). Studiogrösse ca. 1/10 vom Fisherman.FM Container ;-). Danny textete und mixte mit den Mädels und Jungs gleich einen Song in Deutsch/Arabisch über Weihnachten und Palästina.

Die abendliche Stage am Manger Square gleich neben der Geburtskirche eröffnete Tombeck mit Songs im wienerischen Dialekt. Die Teilnahme der Leute auf dem Platz war jedenfalls so gross, dass man hätte meinen können, auch die Palästinenser verstünden das Wienerische! Aber vielleicht lag es auch am bekannten Bassisten Buthele, der extra aus Dallas einflog. Das Erste Wiener Heimukulelenorchester stimmte ruhigere Töne an, bevor es Good Weather Forecast richtig krachen liess. Kaum eine Minute gespielt, war totaler Stromausfall. War es wohl dem Imam zu laut, der eine Viertelstunde zuvor noch seinen Jodel vom Minarett auf dem Platz ertönen liess? Jedenfalls kam mit der Zeit „dr Pfus“ wieder retour und Sänger Flo fürchtete auch den persönlichen Kontakt mit der begeisterten Menge nicht, in der er sich zum Abschluss noch richtig „baden“ liess.

Das war Rock to Bethlehem 2011...