Anna&Anna #14

Anna&Anna über Kreativität: Studiogast Bianca erzählt, was Kreativität für sie ist und gibt Tipps wie wir selbst kreativ werden können. Ausserdem: kreative Fastenvorschläge für die heiligen 40 Tage.

Fünf kreative Fastenideen

1. VERZICHTET AUF EURE ERWARTUNGEN
Wir haben Erwartungen, weil wir Erfahrungen haben – das ist an sich nichts Schlechtes. Aber wenn wir zu genaue Erwartungen haben und wenn wir uns zu sehr auf unsere Erwartungen konzentrieren, dann werden wir leicht enttäuscht, wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden.
Wenn wir zu fixiert sind auf unsere Erwartungen, sind wir nicht offen. Vielleicht können wir sogar etwas Schönes gar nicht geniessen, weil wir etwas anderes erwartet hatten.
Verzichten wir doch in dieser Fastenzeit mal auf unsere Erwartungen, wie etwas zu sein hat.
Einfach mal offen sein, für was da kommt. Und entscheiden: so wie es kommt, ist es gut und ich bin zufrieden.

2. VERZICHTET DOCH MAL AUF NEGATIVE BEWERTUNGEN
Zu allem eine Meinung haben, meist eine negative – es gibt so Menschen und immer wieder sind diese Menschen auch wir. Wir sagen Dinge wie: "Das kann nicht klappen! Mal wieder so modernes Zeugs, wer braucht denn so was?! Ist ja mal wieder typisch!!“

Der, der die negative Bewertung äussert meint, dass er die Wahrheit über -was auch immer- verkündet. Aber derjenige, der da grade negativ kommentiert wird, hat sich sicherlich irgendetwas dabei gedacht. Negative, abschätzige Kommentare sind Ausdruck davon, dass jemand sich selber erhaben über dem anderen fühlt.
Jemand der sich selbst am Besten und Tollsten fühlt, kann kaum offen sein für andere Perspektiven. Er kann kaum etwas von anderen lernen und kann eigentlich nur wenig wachsen.
Wenn wir merken, dass wir eine besserwisserische Tendenz haben, könnten wir mal beginnen, die Handlungen und Meinungen anderer stehen zu lassen und sie nicht sofort negativ zu bewerten. Verzichten wir doch mal auf negative Bewertungen.
Entweder schweigen. Oder sich einen positiven Aspekt an der Sache überlegen und DEN dann laut sagen, anstelle des Negativen.

3. VERZICHTET DOCH MAL AUF AUSREDEN
Mit Ausreden versuchen wir etwas zu verschleiern, was wir getan haben, aber nicht zugeben wollen. Vor dem anderen und vor uns selbst.
Die Alternative: gib`s einfach zu: Dass du den Anruf zum Geburtstag deines Freundes vergessen hast (nicht, weil du soviel Stress hattest, sondern wirklich vergessen). Dass du keine Lust hast, den neuen Film von Tarantino zu sehen (nicht, weil du keinen freien Abend mehr hast, sondern, weil du Tarantino Filme einfach nicht magst).
Zugegeben: es braucht Mut. Denn du musst etwas hergeben, und zwar das Bild von dir selber, von dem du möchtest, dass es andere auch glauben. Das kann anstrengend sein. Das tut weh. Wir wären glaub ich alle lieber irgendwie anders, besser, interessierter, gebildeter, organisierter.... aber dazu zu stehen, wie wir sind ist der Anfang davon, dass wirkliche Veränderungen geschehen können.

4. VERZICHTET DOCH MAL AUFS RECHTHABEN
Rechthaben ist eine Art von Macht. Eine Diskussion zu gewinnen ist ein gutes Gefühl. „Ich hatte Recht“ – so was sagt man mit stolzer Stimme und überlegenem Lächeln.
„Ich habs dir doch gesagt!!!!!!“ – völlig unbrauchbarer Kommentar, der nur verdeutlicht: ICH HATTE RECHT und du nicht.

Es ist gut und wichtig eine Meinung zu haben. Auf jeden Fall. Aber man muss nicht immer Recht haben.
Verzichtet doch mal aufs Rechthaben. Du kannst zum Beispiel in Beziehungen damit anfangen. Wenn es zu einer Auseinandersetzung kommt, sag einfach mal: Du hast Recht. Und dann machst du es so, wie dein Partner es will.
Beispiel:
- Er findet es ist eh genug hell und braucht kein Licht im Zimmer: Du sagst: „Du hast Recht!“ (meinst das auch so) lächelst und machst das Licht aus.
- Sie findet die Socken gehören in den Wäschekorb: Du sagst: „Du hast Recht!“ (meinst das auch so) und legst die Socken in den Wäschekorb.

5. VERZICHTET DOCH MAL AUFS AUFHEBEN
Viele Menschen heben alle möglichen Dinge auf, die sie nicht mehr brauchen oder schon Monate oder Jahre nicht mehr benutzt haben. Besitz besetzt.
Besitz besetzt DICH.
Entrümpelt euren Kleiderschrank.
„Das Teil war damals so teuer“, höre ich euch schon rufen. Stimmt, damals.
„Das kann man doch noch gut tragen.“ Stimmt, du tust es aber nicht.
Wegwerfen ist immer ein kleiner Tod. Es erinnert uns daran, dass nicht die Zeit vergeht, sondern dass wir in der Zeit vergehen.
Entrümpelt euren Keller.
Oder Dachboden oder Rumpelkammer….Ich habe keine Ahnung, wo ihr was aufbewahrt. Alte Schulunterlagen? Alte abgefahrene Ski? Plüschtiere? CD Sammlung? Seit zwei Jahren nicht benutzt? Du scheinst es nicht nicht wirklich zu brauchen.
Beim Wegwerfen muss man ja nicht nur was hergeben, man bekommen ja auch was im Gegenzug: Platz, Ordnung, freie Flächen – und das befriedigende Gefühl, sich nicht mehr mit etwas zu belasten, was einem nichts mehr nützt.
Besitz besetzt.
Prüft, was es wirklich wert ist, dass es Platz in eurem Leben hat.

GEWINNT FREIHEIT UND WAHRE ÖSTERLICHE FREUDE
Nach der ersten Leere, die du beim Verzichten spürst, nach dem Gefühl des Verlustes, dann wenn du in diese Wüste hinausgegangen bist, 40 heilige Tage lang, und treu verzichtet hast, wirst du merken, dass du es gar nicht brauchtest – das, worauf du dachtest verzichten zu müssen.
Du wirst merken, dass dir gar nichts fehlt.
Du wirst merken, wie frei du bist.
Und wie offen für die wahre österliche Freude.