Barmherzigkeit #42

Liebe Brüder und Schwestern,

viele Menschen sind heute auf der Flucht, weil es Krieg, wirtschaftliche Krisen oder klimatische Veränderungen in ihren Heimat­ländern gibt. Auch die Heilige Schrift bietet zahlreiche Beispiele von Flucht und Migration. Selbst die Heilige Familie musste vor Herodes in ein fremdes Land fliehen. Die Geschichte der Menschheit ist zugleich eine Geschichte von Flucht und Migration. Das Wort Jesu: „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen, ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben“ (Mt 25,35-36) erinnert uns daran, im notleidenden Menschen Christus zu sehen und ihm Barmherzigkeit zu erweisen. In einem gesellschaftlichen Klima, das häufig von Verschlossenheit statt Aufnahmebereitschaft geprägt ist, sind gerade wir Christen aufgerufen, offen zu sein für alle Menschen, die vor Krieg, Hunger, Gewalt und unmenschlichen Lebenssituationen fliehen. Für alle, die Heimat, Familie, Arbeit und Würde verloren haben, können wir eine große Hilfe sein. „Dem Nackten Kleidung geben“ heißt vor allem, den Opfern unmenschlichen Handelns ihre Würde zurückzugeben. Viele notleidende Menschen brauchen unsere Hilfe. Verschließen wir uns nicht! Werden wir nicht gleichgültig! Unser eigenes Leben wird fruchtbar, wenn wir uns für die anderen öffnen.

Quelle: vatican.va (26.10.2016)